Deutschland verliert: Fünf Erkenntnisse aus dem Länderspiel gegen die Niederlande

Die deutsche Nationalmannschaft hat das zweite EM-Quali-Spiel gegen die Niederlande mit 2:4 verloren. Bedingt durch zwei verschiedene Halbzeiten lieferte das Spiel gleich mehrere Erkenntnisse.

Erkenntnis 1: DFB-Team setzt Trend zu Konterfußball erfolgreich weiter fort

Zu Beginn der Qualifikation zur EM 2020 kündigte Bundestrainer Joachim Löw neben dem personellen auch den taktischen Umbruch an. Anstatt weiter auf Ballbesitz zu setzen, will man beim DFB ab sofort auf explosiven Konterfußball setzen. Nachdem dies zum Quali-Auftakt gegen Nordirland gelang, setzte das DFB-Team dies gegen Holland nahtlos fort. Damit wurde ein weiterer Schritt hin zum aktuellen Taktik-Trend innerhalb des Fußballs, der sich erstmal bei der WM 2018 sehr stark präsentiert hatte, vollzogen.

Erkenntnis 2: Deutschland kann Top-Teams mit Konterfußball erfolgreich bespielen

Teams wie Frankreich oder Kroatien beherrschen den modernen Konterfußball bereits per excellence. Das haben sie bei der vergangenen Weltmeisterschaft genüge unter Beweis gestellt. Auch die deutsche Elf hat gezeigt, dass mit dieser Art Fußball zu spielen, umzugehen weiß. Und zwar nicht nur gegen Leichtgewichte sondern auch Gegner auf Augenhöhe wie der Niederlande. Auch wenn die Holländer nur in der ersten Halbzeit vollends geknackt werden konnte. So zeigte dies, dass das Löw-Team bereits deutlich, was es fähig ist. Nun muss das Ganze nur über die kompletten 90 Minuten hinaus ausgebaut werden.

Erkenntnis 3: Deutschland muss an der Mentalität arbeiten

Die erste Halbzeit (1:0) war aus deutscher Sicht zufriedenstellend verlaufen. Angesichts der Möglichkeiten wäre auch eine etwas höhere Führung verdient gewesen. Was in der ersten Hälfte großartig geklappt hatte, wusste die Löw nach dem Wiederanpfiff allerdings nicht mehr auf den Platz zu bringen. Deutschland probierte es zwar, fand aber keine Lösungen und Mittel mehr gegen das holländische Spiel. Als die Niederländer nach rund zwanzig Minuten den Ausgleich markierten, wirkte Deutschland verunsichert. Prompt gelang den Gästen dann auch noch die Führung. Dass Deutschland dank eines Elfmeters zurückfand, kam durchaus glücklich zustande. Auf die erneuten Treffer der Niederländer wusste das DFB-Team darauf nicht mehr zu antworten. Die deutsche Mannschaft ist gewiss noch jung. Es braucht somit noch Zeit, um nach solchen Rückschlägen die Mentalität zu entwickeln, sofort zurückschlagen zu können.

Erkenntnis 4: Ein Ersatz für Offensiv-Künstler Sane fehlt

Im deutschen Offensivspiel war deutlich zu sehen, dass ein kreativer Freigeist fehlte. Seit Jogi Löw Leroy Sane mit jener Aufgabe betreute, übernahm dieser die Aufgabe. Doch aufgrund seiner schweren Verletzung, die sich Sane bekanntlich bei Manchester City zuzog, konnte er nicht dabei sein. Folglich mangelte es an temporeichen Dribblings, um die gegnerische Defensive aufzubrechen und andere Mitspieler aussichtsreich für Tormöglichkeiten in Szene setzen. Gnabry versuchte zwar dieses spielerische Element umsetzen, doch ganz wollte es dem Münchener nicht gelingen. Timo Werner hing dagegen nach seinen starken Auftritten bei RB Leipzig etwas in der Luft.

Erkenntnis 5: Die DFB-Defensive ist noch nicht sattelfest

Die Abtritte von Hummels und Boateng aus der Nationalelf haben deutlich Spuren hinterlassen. Gegen Nordirland war schon deutlich zu sehen, dass die Abstände zwischen den Spielern nicht stimmten. Auch in Sachen Abstimmung und Kommunikation gib es noch deutliches Entwicklungspotenzial. Dies zeigte sich auch im gestrigen Spiel gegen Holland. Spieler wie Tah besitzen in jedem Fall eine hohe Qualität, können dem deutschen Spiel gut tun. Doch sie haben eben noch nicht die Erfahrung der Generation Hummels/Boateng. Mit der Zeit dürfte diese jedoch kommen. Dann steht die Defensive auch stabiler.

2 Gedanken zu “Deutschland verliert: Fünf Erkenntnisse aus dem Länderspiel gegen die Niederlande

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