Kommentar: Beim DFB hat es sich ausgegrindelt

Reinhard Grindel ist als DFB-Präsident zurückgetreten. Dies hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) inzwischen offiziell bestätigt. Es ist letztlich die richtige Entscheidung, denn in der jüngeren Vergangenheit jagte ein Grindel-Skandal den nächsten. Der Präsident wäre damit eh nicht mehr lange haltbar gewesen.

Grindel trat in jedes Fettnäpfchen

Am 15. April 2016 wurde Reinhard Grindel ins Amt des Präsidenten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewählt. Grindel sprach damals von einer Vision eines „neuen DFB“. Nun knappe drei Jahre später muss der DFB-Funktionär seinen Hut nehmen und zurücktreten. Der Grund: Er brachte es vor allem in der jüngeren Vergangenheit fertig in nahezu jedes Fettnäpfchen zu treten. Der Auslöser, der bis dato andauernden Skandalkette ist das WM-Jahr 2018. Genauer gesagt die Özil-Affäre. Damals schoss Özil ein gemeinsames Foto mit Türkei-Staatsoberhaupt Reycip Erdogan. Grindel stellte Özil in der Folge öffentlich an den Pranger. Dazu betonte er regelmäßig, dass der Deutsch-Türke sich doch zum Vorfall äußern müsse. Unterstützung oder gar Verständnis zeigte er nie. Stattdessen brachte er penetrant Aussagen vor, die Eindruck erweckten Özil sei am vorzeitigen deutschen WM-Aus Schuld.

Die letzten Wochen nahmen bizarre Formen an

In den vergangenen Wochen lief die Causa „Grindel“ dann endgültig heiß. Ein Skandal nach dem nächsten wurde um den DFB-Präsidenten aufgedeckt. Zuletzt nahm dies sogar sehr bizarre Formen an. So berichtete der „Spiegel“ am vergangenen Freitag über heimliche Zahlungen an Grindel. Demnach habe dieser neben den bekannten Zahlungen in Höhe von 7.200 Euro zusätzliche 78.000 Euro für sich eingestrichen. Am gestrigen Montag legte die „BILD“-Zeitung nach, vermeldete das Grindel vor rund eineinhalb Jahren eine Luxusuhr von einem ukrainischen Oligarchen erhalten habe. Der gebürtige Hamburger hat bereits bestätigt.

Dazu machte Grindel auch bei seinen öffentlichen Auftritten weiter alles andere als ein gute Figur. So teilte der 57-Jährige in der Öffentlichkeit mächtig gegen Bundestrainer Joachim Löw aus. Er bemängelte dabei dessen Kommunikationsstil bei der Ausbootung der Nationalspieler Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels. Ehe er einknickte und seine Kritik wieder komplett relativierte. Einen weiteren Fehltritt leistete sich Grindel in einem Interview mit der „Deutschen Welle“. Er kritisiert den Journalisten Florian Bauer im Laufe des Interviews für dessen Fragen. Dies ging soweit, dass er das Interview vorzeitig abbrach. Souveränität, wie man sie von einem Präsident erwarten darf, sieht definitiv anders aus.

In der Folge lässt sich sagen, dass Grindel mit dem Rücktritt die richtige Entscheidung getroffen hat. Denn der DFB-Präsident wäre durch all jene Ereignisse eh nicht mehr haltbar gewesen. Gerade die Enthüllung des Spiegel über heimliche Zahlungen brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Es hat sich damit ausgegrindelt.

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