Tedesco: Erste Saison top, zweite flop

Das 0:7-Debakel am Dienstag gegen Manchester City brachte das Fass endgültig zum Überlaufen. Schalke 04 entlässt Trainer Domenico Tedesco, dessen zweite Saison als Coach rückblickend nur noch Fluch statt Segen war.

Schalkes Plan war langsam wachsen – es kommt anders

Als Schalke 04 im Sommer 2017 Tedesco als neuen, frischen, jungen Trainer installierte, zeigte man sich optimistisch für die Zukunft. Gepaart mit der Kompetenz vom inzwischen entlassenen Sportdirektor Christian Heidel wähnte sich Königsblau auf dem Weg des Umbruchs. Langsam und kontinuierlich galt es sportlich zu wachsen – soweit der Plan. In der ersten Spielzeit unter der neuen Führung wurde das Vorhaben aber bereits komplett auf links gedreht. Denn anders als erwartet, erhielt der sportliche Erfolg umgehend Einzug. Schalke performte und zwar über alle Maßen. Sprich sie performten über. Und ehe man sich versah, stand am Ende der Bundesliga-Spielzeit ein überragender zweiter Platz. Hieran war letztlich aber auch die Ligakonkurrenz aus Dortmund, Leipzig und Co. nicht ganz unschuldig. Denn diese Topteams ließen leichtfertig Punkte liegen. Bei Schalke hingegen hat man auch oft das nötige Glück, um ein Spiel knapp für sich zu entscheiden. Zudem war Königsblau neben der Liga nur im DFB-Pokal vertreten.

Erfolg kam letztlich zu schnell

Rückblickend muss man ganz klar feststellen: Der vorschnelle Aufschwung mit Platz zwei bekam Schalke alles andere als gut. Er vernebelte stattdessen die Schalker Sinne. Auf Schalke fühlte man sich im Glanz des Erfolges gebauchpinselt. Wie der Aufschwung zustande gekommen war, wurde zur neuen Saison hin nicht hinterfragt. Stattdessen wurde das neue Team und Trainer Tedesco vom Klub und Umfeld hochgehypt. Ein fataler Fehler. Denn just mit Beginn der Saison war der Druck auf Tedescos Schultern bereits groß. Von vielen Seiten wurde eine erneut erfolgreiche Spielzeit erwartet. Die Champions League-Quali sollte man perfekt machen. Angesichts potenziellen Möglichkeiten und dem grundlegenden Anspruche des Klubs ein ohne jede Frage realistisches Ziel. Doch dafür müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Und diese stimmten in der aktuell laufenden Spielzeit von Beginn an gar nicht. Nicht nur, dass zweistellige Millionentransfers wie etwa Serdar (10,5 Millionen nicht einschlugen. Auch Tedescos Matchplan ging nicht mehr auf. Die Taktik sich zum Sieg zu mauern, wurde von gegnerischen Teams egalisiert. Zudem klappten auch die drastischen Durchgriffe von Tedesco nicht mehr. In der Vorsaison war dies ebenfalls noch bestens gelungen. Nun stieß Tedesco mit der willkürlichen Herausnahme von Fährmann und jüngst auch Uth auf Granit. Auch die hierdurch erhoffte Trendwende stellte sich nicht ein. Daran änderten auch die stetigen Durchhalteparolen Tedescos nichts. Stattdessen wurde das Umfeld nur mit jeder Niederlage unruhiger. Gerade bei den Fans beschwor die Situation nur so die Wut herauf.

Damit führte alles zum einen: Tedesco wurde mehr und mehr als Trainer in Frage gestellt. Gerade auch in Mannschaftskreisen brodelte es immer mehr. Tedesco versuchte bis zuletzt alles, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Konnte sich allerdings nicht mehr befreien. Dafür war der Druck für seinen sehr jungen Erfahrungsschatz als Trainer einfach zu groß.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.