Mergim Mavrja spricht über Christian Titz: „Menschlich ein Versager“

Das Engagement von Mergim Mavraj beim Hamburger SV kann man rückblickend durchaus als ein kleines Drama bezeichnen. So wurde der 32-Jährige noch 2018 frenetisch gefeiert, da er durch seinen Siegtreffer am letzten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg, die Hamburger noch vor der drohenden Relegation retten konnte. Im Sommer wurde der geborene Albaner dann von HSV-Cheftrainer Christian Titz im Hinblick auf die neue Saison aus dem Kader gestrichen. Im Interview mit der „BILD„-Zeitung hat Mavraj nun nachträglich über dieses Ereignis gesprochen.

Mavraj: HSV-Zeit? „Verbinde damit nicht Titz“

Zu Beginn des Interviews stellt Mavraj zunächst klar, dass er nicht die negative Entwicklung der vergangenen Monate als Maßstab ansetzt, um seine Zeit beim HSV zu bewerten. „Ich verbinde mit dem HSV nicht die letzten drei, vier Monate und erst recht nicht mit Christian Titz“, so der Ex-Bundesliga-Spieler. Trotz aller Turbulenzen und trotz des bitteren Endes möchte ich die Zeit nicht missen.“ Einer der absoluten Höhepunkte während seiner HSV-Zeit sei der Klassenerhalt unter dem damaligen Coach Markus Gisdol gewesen. Als negative Erlebnisse fügt er den Abstieg mit den Norddeutschen und die damit einhergehende Kritik an seiner Person an. So sei er unmittelbar nach dem Absturz in die Zweitklassigkeit bei einigen Fans nur noch der „Buh-Mann gewesen.“

Ausbootung? „Keiner hat mit mir darüber gesprochen“

Angesprochen auf die negative Haltung gegenüber dem Ex-Trainer Titz gibt Mavraj die überraschende Ausbootung aus dem Hamburger Profi-Kader durch den Fußballlehrer an. Hatte der ehemalige Norddeutsche unter dem vorherigen HSV-Trainer Gisdol noch die Position des Bundesliga-Stammspielers inne, so wurde er von Titz nichts ahnend dauerhaft an die U21 der Norddeutschen abgestellt. Wieso er damals aus dem Bundesliga-Kader geworfen wurde, ist dem albanischen Nationalspieler bis heute nicht bewusst. „Kein Offizieller hat je ein Wort mit mir über diese Maßnahme gesprochen oder es erklärt. Als einer der Wenigen im Verein hat mir Herr Titz offenbar nicht mehr zugetraut, der Mannschaft weiterhelfen zu können.“

Grundlegend spricht aus Mavraj Sicht nichts dagegen, dass ein Trainer die Entscheidung treffe Spieler auszusortieren. Jedoch komme es dabei auch auf die Art und Weise an, wie der Trainer diese Entscheidung zu vollziehen. „Ich hätte mir ein Gespräch gewünscht, erzählt er. Dazu war es- wie bei vielen anderen Spielern auch-nie gekommen. „Es hatte ja fast schon System, mit Spielern, die man nicht mehr brauchte, nicht zu sprechen. Nur war ich eben nochmal ein Extremfall“, berichtet Mavraj. Letztlich ist er aber laut eigener Aussage mit seiner Degradierung gut zurecht gekommen. „Ich habe versucht, mir nicht so viele Gedanken zu machen und den Spaß am Fußball nicht zu verlieren. Heute kann ich sagen: Das hat selbst Titz‘ Ausbootung nicht geschafft.“  Dementsprechend zieht Mavraj angesprochen auf diese Zeit auch ein positives Fazit. „Die Zeit war nicht schlecht. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, die zu schätzen wussten, dass ich weitermache, den jungen Spielern helfe und nicht aufgebe.“

„Titz ist ein Menschlicher Versager“

Auf die Frage. ob die das Groh der Kritik an seiner Person sich an Titz richte, macht er deutlich. „Menschlich ist dieser Trainer ein Versager. Allen anderen mache ich keinen Vorwurf, wobei es viele geschafft haben, erfolgreich wegzuschauen.“ Zugleich kann er sich auch einen neckischen Kommentar in Richtung des aktuellen Hamburg-Coaches nicht verkneifen. „Vielleicht muss ich mich aber auch bei Herrn Titz entschuldigen. Dafür, dass Papadopoulos und ich im Winter so eingeschlagen sind und er somit auf seinen heiß-ersehnten Bundesliga-Job noch so lange Warten musste.

Seit Montag besitzt Mavraj mit Aris Saloniki einen neuen Arbeitgeber. Warum er sich letztlich für den Klub aus Griechenland entschied, erklärt er folgendermaßen: „Ich wollte in einer Liga bleiben, wo es um etwas geht und nicht irgendwo um Platz vier bis sechs im Unterhaus kicken. Ich fühle mich fit, sehe mich noch nicht als Auslaufmodell und habe den Ansporn noch einige Jahre Profi-Fußball zu spielen.“

Von Bleiersatz (Diskussion) 15:22, 27. Aug. 2012 (CEST) – Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30378295

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