Der große Rückblick auf die WM 2018

Seit Sonntag ist sie also rum die Weltmeisterschaft in Russland. Nach dem vierwöchigen Fußballfest steht mit Frankreich der neue Weltmeister fest. Passend zum WM-Ende blicke ich nochmal auf die wichtigsten Themen rund um die WM zurück.

 

Diese Mannschaften haben mich enttäuscht/überzeugt?

 

Als gebürtigen Deutschen ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass mich am allermeisten das deutsche Nationalteam enttäuscht hat. Nachdem überaus überzeugenden Auftritt beim Confed Cup ein Jahr zuvor ging ich sehr optmistisch in das Tunier. Mindestens bis in Halbfinale dachte ich, würde es Deutschland schaffen. Die kläglichen Last-Minute-Testspiele vor Beginn hatte ich, wie nicht wenige auch, als kleine Ausrutscher gewertet. Doch nachdem man sich gegen Mexiko mit einer total leidenschaftslosen und für mich auch definitiv zu leichtfertigen Einstellung zurecht mit 0:1 vom Platz hatte schicken lassen, da wurde einem nur zu offensichtlich, dass sich die DFB-Jungs nicht in Top-Form befanden. Die nächsten Gruppenspiele setzte sich dieser Eindruck leider fort und dementsprechend war vorzeitige Ausscheiden einfach nur folgerichtig. So bitter es auch klingen mag.

Überzeugt haben mich stattdessen Belgien und England. Beide spielen genau die Art von Fußball, die ich mir am liebsten anschaue. Anstatt sich vor dem eigenen Strafraum zu verbarrikadieren oder den Ball ewig in den eigenen Reihen zu halten, wird mit viel Power nach vorne gespielt und jederzeit versucht ein Tor zu erzielen. Für diese mutige Spielweise wurden beide Teams für mich dann auch völlig zurecht mit der Teilnahme am Halbfinale belohnt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich einem der beiden Mannschaften, die ich vor der WM nicht so weit vorne auf dem Zettel stehen hatte, sogar den Titel gegönnt.

 

So habe ich die WM mit Russland als Gastgeber wahrgenommen?

 

Leo: Grundlegend mus ich sagen, dass ich die russiche Bevölerung als ein sehr offenes und tolerantes Volk wahrgenommen. Die Befürchtung, dass angesichts der angespannten politischen Lage, vor allem der Russen mit den Briten durch den Skripal-Skandal die WM-Stimmung im Land immer ein Stück weit gedrückt sein würde, habe ich auch wenn ich nicht in Russland vor Ort war, als TV-Zuschauer nicht gespürt. Auch die durchaus von vielen Seiten erwarteten Ausschreitungen von Hooligans blieben aus und vermittelteten damit einen sehr guten Eindruck.

Der einzig sehr fade Beigeschmack kam auf, als ich lesen musste, dass Russland um deren Präsidenten Putin parallel zu WM seine politischen Aktivitäten in Syrien einfach weiter fortsetzte. So wurde während in Russland gerade das größte Fußballfest der Welt gefeiert wurde, fleißig für das Assad-Regime weiter mitgebombt. Putin nutzte also die Strahlkraft der WM schamlos aus, um unbehelligt seine eigenen Interessen weiter fortzusetzen. Gedrückt WM-Stimmung kam für mich persönlich, darauf durchaus auf und das bis hierhin fast tadelose Erscheinungsbild wurde für mich stark getrübt.

 

Meine Meinung zum neuen Weltmeister Frankreich:

 

Leo: Bevor ich meine Kritik an Frankreich loswerde, muss ich vorab die Franzosen als neuen Weltmeister in jedem Falle gratulieren. Denn man hat das geschafft, worum es bei der WM geht. Alle Spiele wurden erfolgreich bestritten und damit verdient auch der Titel erspielt. Nur mir als Fußball-Liebhaber muss ich ganz klar sagen, hat die Spielweise- wenn auch effektiv- überhaupt nicht gefallen. Es ist mir natürlich bewusst, dass es im Fußball immer mehr den Trend gibt primär auf die Defensive zu setzen. Demnach wird anstatt den Gegner früh anzulaufen und damit möglicherweise ein Risko einzugehen, sich vornehmlich in der eigenen Hälfte verbarrikadiert und auf Ballverluste des Gegners gewartet. Bei Ballgewinn wird dann über wenige Stationen zielstrebit nach vorne gespielt. Genau dieser Taktik besann sich auch das Deschamps-Team und sorgte dabei für mich in jedem Spiel, was ich mit französischer Beteiligung sah, für immer mindestens einen kleinen Unmut. Denn wenn man sich den Kader der „Les Bleus“ anschaut, dann wird einem bewusst, dass die Franzosen normalerweise auch mit voller Power nach vorne spielen könnten. Denn mit Mbappe, Giroud, Griezmann & Co. hat man die hierzu nötigen Spieler zu Genüge in den eigenen Reihen. Zu Sorte des berauschenden Weltmeisters gehört die „Equipe Tricolore“ für mich damit nicht. Stattdesen zählen sie für mich zur Sorte des ökonomischen Welmeisters. Schließlich hat man den zeitgemäßen Trend des Verhinderungs-Fußballs erfolgreich ins eigene Mannschaftsgefüge eingebaut und hierauf auch perfekt umgesetzt.

 

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