Vor WM: Russische Fußballer unter Doping-Verdacht!

Bei den olympischen Spielen durften einige russische Spieler aufgrund der Einnahme von Dopingmitteln nicht mit dabei sein. Nun rund drei Wochen vor der WM taucht ein Bericht ein, dass russische Fußballer des Dopings verdächtigt werden.


WM 2014: Verdächtige Proben

Nach Angabe der ARD-Dopingredaktion besitze man ein Dokument mit den betroffenen Proben sowie Namen und Nummern der verdächtigen Spieler. Aus dem Papier gehe klar hervor, dass Befunde aus dem WM-Jahr 2014 vertuscht worden seien. So seien die Proben nicht umfangreich untersucht worden. Im Dezember 2014 wurden insgesamt 155 Proben russischer Sportler von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beschlagt, darunter befänden sich auch Proben, der nun auffälligen russischen Fußballnationalspieler. Die WADA gab ihre Funde an den Fußball-Weltverband FiFA weiter.

Grundlegend sei ein umfangreicher Test der Proben- ohne wenn diese bereits mittlerweile vier Jahre alt seien möglich- mit einwandfreien Ergebnissen möglich, erklärt Doping-Analytiker Mario Thevis vom Dopinglabor Köln auf Anfrage der ARD. Wie umfangreich die Tests ablaufen, regle allerdings jeweils der Auftraggeber. „Wenn das Proben der FIFA sind, dann ist der Auftraggeber die FIFA“, so Thevis zum aktuellen Fall. Inwieweit Tests von der FIFA bereits durchgeführt worden seien, dazu wollte sich der Fußballverband bisher nicht äußern.

Russische Funktionäre unter Verdacht

Im Fokus der Dopingmaschinerie stehen vor allem russische Funktionäre. Ein Name der immer wieder beim Vertuschen von positvien Ergebnissen auf verbotene Substanzen auftaucht, ist der vom ehemaligen russischen Sportminister Witali Mutko. Im Interview bestätigt der Ex-Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodschenkow das entscheidende Mitwirken Mutkos. Ich bekam 2008 die Order von Mutko, dass wir keine positiven Fälle im Fußball gebrauchen können“.

Im Rahmen der Vertuschungsaktion taucht immer wieder das Wort „SAVE“ auf mit dem vom russischen Kontrolllabor verdächtige Funde gegenüber der WADA als negative und damit saubere Funde vermittelt wurden. Dies deckt sich mit dem Bericht vom von der WADA in der Vergangenheit eingesetzten unabhängigen Ermittler McLaren, der in der Vergangenheit Russland des Staatsdopings entlarvte. „Es ist dasselbe Muster wie in anderen Sportarten. Die gefundene Substanz ist verboten. Der Sportler selbst wird bei der WADA als negativ gemeldet“, berichtet McLaren.

Der derzeitige Fall erhält zusätzlich Brisanz durch eine umfangreiche Datenbank, die von Whistleblowern im vergangenen Oktober übermittel wurde. Die Datei, welche Proben aus einer viel Zahl von Sportarten aufweise, enthalte auch Befunde aus dem Fußballbereich. Eine hohe zweistellige Zahl auffälliger Proben sei hier nach ARD-Angaben von Fußballern. Beim Dokument handelt es sich jedoch um eine Kopie, das Original liegt im russischen Kontrolllabor unter Verschluss.

Infantino: Doping wäre längst bekannt

Trotz der positiven Anzeichen will man auf Seiten der FIFA von Dopingvorwürfen selbst nichts hören.  „Wenn wir im Fußball ein ernsthaftes Dopingproblem hätten, dann wäre das doch lang bekannt – egal ob in Russland oder irgendeinem anderen Land“, stellt FIFA-Chef Infantino in der Vergangenheit klar. Immer mal wieder versuchten FIFA-Mitglieder gegen russische Sportler zu ermitteln. Auffällig ist hierbei, dass diese Personen jeweils wenig später ihres Amtes entledigt wurden, dass sieht man von Seiten der FIFA nicht als verdächtig an. Es sei normal, dass Leute kommen und gehen. Hinsichtlich des Testens der Befunde dauern die Ermittlungen noch an, gab man zudem bekannt.

Video zum Artikel:

Autor: Leo Delitsch

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