Petersen-Urteil: So lief’s ab und das sind die Folgen!

Zunächst stand fest, dass Nils Petersen vom SC Freiburg am Wochenende definitiv nicht zum Einsatz kommen wird. Nun steht allerdings fest: Petersen darf gegen VfL Wolfsburg doch spielen.


Erst Sperre, dann nicht

Das nennt man mal eine Kehrtwende. Erst am gestrigen Donnerstag hatte das DFB-Sportgericht über den Einspruch Petersens gegen die im Spiel gegen Schalke 04 verhängte Gelb-Rote-Karte geurteilt. Mit dem eindeutigen Ergebnis: die Gelb-Rot-Sperre ist rechtskräftig.

Begründet wurde dies vom Sportgerichts-Vorsitzenden Hans E. Lorenz, wie folgt: „Die Annullierung einer Gelb-Roten Karte ist nach der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB nur bei einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters möglich. In diesem Fall lag allerdings ein offensichtlicher Irrtum des Spielers vor, nicht ein solcher des Unparteiischen. Bei der ersten gelben Karte hatte Petersen mit dem Rücken zu Schiedsrichter gestanden und diese laut eigener Aussage damit nicht wahrgenommen.

Nun einen Tag nach dem Urteil wurde die Entscheidung heute von höherer Instanz aber dann redigiert. Das DFB-Bundesgericht gab Petersens Aussage recht. Er habe die erste Verwarnung gar nicht mitbekommen habe, weil sie in seinem Rücken gezeigt worden sei. Die gelbe Karte sei dementsprechend nicht rechtmäßig erteilt worden und deshalb nicht rechtswirksam. Die darauf folgende Gelb-Rot-Sperre wurde damit ebenfalls aufgehoben.

Diese Auswirkungen des Urteils

Wie jedes Urteil hat nun auch diese Entscheidung klare Auswirkungen. So wird im juristischen Bereich zunächst einmal sehr deutlich, dass die beiden richterlichen DFB-Instanzen eine komplette unterschiedliche Auffassung von Rechtsprechung haben. Eine Sache die durchaus problematisch ist. Des Weiteren stellt sich in Folge des Petersen-Urteils natürlich auch die Frage: Wie weit muss ein Schiedsrichter gehen, um einem Spieler seine Entschlüsse zu kommunizieren? Mal nur als Beispiel: Ein Spieler soll die rote Karte erhalten- er läuft aber weg. Wie weit muss ein Schiedsrichter dem Spieler dann folgen, um ihm zu verstehen zu geben, dass er für sein Vergehen die rote Karte erhält und demnach auch den Platz verlassen muss? Ein letzter Punkt der zudem noch anzuführen gilt: Das Urteil könnte künftigen Gelb-und Rotsündern Mut gemacht haben. Unter dem Vorbehalt die Karte überhaupt nicht wahrgenommen zu haben, können sie sich auf den Fall Petersen beziehen und damit auch eine Annullierung ihres Vergehens fordern.

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